{"id":1330,"date":"2025-06-10T16:09:29","date_gmt":"2025-06-10T14:09:29","guid":{"rendered":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/?p=1330"},"modified":"2025-06-10T16:12:42","modified_gmt":"2025-06-10T14:12:42","slug":"wirkung-sichtbar-machen-museen-zwischen-gesellschaft-und-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/index.php\/2025\/06\/10\/wirkung-sichtbar-machen-museen-zwischen-gesellschaft-und-forschung\/","title":{"rendered":"Wirkung sichtbar machen: Museen zwischen Gesellschaft und Forschung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>von Pavlo Mihunov<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen des Masterstudiengangs \u201eKunstvermittlung und Kulturmanagement\u201c an der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf widmen wir uns im laufenden Semester der Weiterentwicklung der Impact-Messung in der kulturellen Bildung. Aufbauend auf der Initiative \u201eDein Kunstpalast \u2013 Ans\u00e4tze zur Impact-Messung\u201c verfolgt das aktuelle Projekt das Ziel, die positiven gesellschaftlichen Wirkungen musealer Bildungsarbeit \u2013 den sogenannten \u201eHandprint\u201c \u2013 systematisch zu analysieren. Dabei liegt der Fokus auf dem Beitrag von Museen zur F\u00f6rderung sozialer Teilhabe, kultureller Bildung und zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2019) zeigt bereits, dass Kunst und Kultur eine signifikante Rolle f\u00fcr die Gesundheit und das Wohlbefinden spielen k\u00f6nnen. Unser Projekt geht jedoch \u00fcber diese Aspekte hinaus und untersucht die gesamtgesellschaftlichen Potenziale von Museen. Die Studierenden des Masterstudiengangs arbeiten dabei praxisorientiert an der Entwicklung von Messinstrumenten, die soziale Wirkungen erfassen und sichtbar machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1332\" srcset=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-3.jpg 640w, https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-3-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Auftakt des Projekts bildete die Veranstaltung \u201eDein Kunstpalast\u201c am 29. November 2024. In vier Gruppen arbeiteten Studierende direkt im Feld: Sie f\u00fchrten strukturierte Beobachtungen, teilnehmende Analysen und kurze Gespr\u00e4che mit Besucher*innen durch. Jede Gruppe konzentrierte sich auf einen der bereits in der Vorarbeit definierten vier Wirkungspfade \u2013 das Museum als Wohlf\u00fchlort, als Plattform f\u00fcr Community-Building, als Ort kultureller Bildung sowie als Akteur im st\u00e4dtischen Netzwerk. Die Veranstaltung bot hierf\u00fcr einen idealen Rahmen: ein vielseitiges Programm mit Live-Musik, F\u00fchrungen durch den Kunstpalast und ein gezielter Fokus auf die Einbindung von Teilnehmenden aus benachbarten Stadtteilen erm\u00f6glichte vielf\u00e4ltige Beobachtungen zur Wirkung musealer Angebote auf unterschiedliche Zielgruppen. Gleichzeitig diente der Abend als Testfeld f\u00fcr erste methodische Ans\u00e4tze zur Impact-Messung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 6. Dezember 2024 trafen sich die Studierenden erneut zu einem vierst\u00fcndigen Workshop, um die im Kunstpalast gesammelten Daten gemeinsam mit der Forscherin Selina Kahle aus Potsdam und Dr. Julia R\u00f6mhild (HHU) auszuwerten. Ziel war es, die heterogenen Beobachtungen systematisch zu strukturieren und in einen methodischen Zusammenhang zu \u00fcberf\u00fchren. In Gruppenarbeit wurden zentrale Muster identifiziert, erste Hypothesen gebildet und visuell auf Plakaten festgehalten. Der Austausch unter den Gruppen \u00fcber diese Ergebnisse bildete die Grundlage f\u00fcr eine differenzierte Wirkungsanalyse, die in den weiteren Projektverlauf einflie\u00dfen sollte. Besonders gewinnbringend war hierbei die enge Zusammenarbeit mit externen Expertinnen, die durch methodische Impulse neue Perspektiven auf die Erhebung und Auswertung erm\u00f6glichten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1333\" srcset=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-2.jpg 640w, https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-2-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 13. Dezember 2024 fand der zweite Workshop statt, in dessen Zentrum der thematische Impuls zur Verbindung von Kultur und Nachhaltigkeit stand. Die Kulturberaterin Insa Schrader f\u00fchrte mit ihrem Vortrag \u201eHealing Culture\u201c in den SDG-bezogenen Diskurs ein und zeigte anhand zahlreicher Beispiele, wie Kunst und Kultur bereits heute im Gesundheitsbereich wirken \u2013 etwa in der Patientenarbeit, der Resilienzf\u00f6rderung und der psychischen Stabilisierung. In der anschlie\u00dfenden Diskussion reflektierten die Studierenden, wie diese Erkenntnisse konkret auf den musealen Bildungsalltag \u00fcbertragbar sind und welche strukturellen Voraussetzungen daf\u00fcr geschaffen werden m\u00fcssten. Besonders deutlich wurde dabei das transformative Potenzial kultureller Teilhabe, das weit \u00fcber klassische Vermittlungsarbeit hinausreicht und tief in gesellschaftliche Prozesse eingreift.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 24. Januar 2025 wurde mit der Exkursion zur Zeche Zollverein in Essen ein weiterer zentraler Praxisbezug hergestellt. Ziel war es, konkrete Einblicke in die Umsetzung von Impact-orientierten Strategien innerhalb einer industriekulturellen Institution zu erhalten. Die Stiftung Zollverein verfolgt seit einigen Jahren das Ziel, ihre Angebote systematisch zu evaluieren und st\u00e4rker an den Bed\u00fcrfnissen der lokalen Bev\u00f6lkerung auszurichten. Unter der Leitung von Dr. Helena Lischka, Leiterin der strategischen Standortentwicklung, erhielten die Studierenden eine intensive F\u00fchrung \u00fcber das Gel\u00e4nde, bei der sowohl die historische Bedeutung als auch die didaktischen Herausforderungen deutlich wurden. Neben der Notwendigkeit gut ausgebildeter Vermittlungspersonen wurde auch auf bestehende Engp\u00e4sse im Bereich barrierefreier Angebote und sprachlicher Vielfalt hingewiesen. Die Exkursion bot dadurch nicht nur inhaltliche Erkenntnisse zur Wirkungsmessung, sondern verdeutlichte zugleich strukturelle Bedingungen, die f\u00fcr eine langfristige Verankerung kultureller Bildung im Sinne der SDGs relevant sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den vorl\u00e4ufigen Abschluss der ersten Projektphase bildete der Workshop am 31. Januar 2025. Die Studierenden arbeiteten in diesem Format gezielt an der Entwicklung von Key Performance Indicators (KPIs), also messbaren Kriterien, mit denen sich der Erfolg oder die Wirkung bestimmter Aktivit\u00e4ten einsch\u00e4tzen l\u00e4sst. In unserem Fall helfen KPIs dabei, die vier Wirkungspfade inhaltlich weiter ausdifferenziert und praktisch messbar zu machen. F\u00fcr den Bereich \u201eCommunity-Building\u201c (SDG 11) wurden beispielsweise Indikatoren zur Aufenthaltsdauer, zu wiederholten Besuchen und zur Nutzung konsumfreier R\u00e4ume entwickelt. Der Wohlf\u00fchlfaktor im Museum (SDG 3) wurde anhand von Aspekten wie Orientierung, Barrierefreiheit und subjektiver Selbstwirksamkeit operationalisiert. Der Pfad \u201eTeilhabe und Bildung\u201c (SDG 4) zielte auf messbare Verhaltensver\u00e4nderungen infolge von Workshops, F\u00fchrungen oder digitalen Formaten ab. Und im Bereich der Netzwerkbildung (SDG 17) wurden Indikatoren zur Nachhaltigkeit von Kooperationen, zur Reichweite musealer Partnerschaften und zu m\u00f6glichen Netzwerk-L\u00fccken identifiziert. Der Workshop legte damit das methodische Fundament f\u00fcr die n\u00e4chste Projektphase, in der konkrete Erhebungsinstrumente zur Anwendung kommen sollen. Im Rahmen des Projekts arbeiteten die Studierenden mit qualitativen Methoden wie teilnehmender Beobachtung, Mystery Visiting und strukturierten Besucher*innenbefragungen. Dabei traten sie pers\u00f6nlich mit den Besuchenden in Kontakt, f\u00fchrten spontane Gespr\u00e4che und stellten gezielte Fragen zur Wahrnehmung und Wirkung des Veranstaltungsangebots. Zus\u00e4tzlich wurde nach der Veranstaltung ein Online-Fragebogen versendet, \u00fcber den Teilnehmende ihre Eindr\u00fccke vertiefend reflektieren konnten. Diese Methoden erm\u00f6glichten eine erste differenzierte Erhebung von sozialen Wirkungen direkt im Feld und dienten als Ausgangspunkt f\u00fcr die Entwicklung weiterf\u00fchrender Messinstrumente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den H\u00f6hepunkt und zugleich Abschluss des Projekts bildet die Online-Wissenschaftskonferenz \u201e!MPACT NOW \u2013 Museen zwischen Gesellschaft und Forschung\u201c, die am 23. Juni 2025 in Kooperation mit dem ArtVenture Club e.V. stattfindet. Die Konferenz vereint Studierende, Forschende und Kulturschaffende, um zentrale Erkenntnisse des Projekts zu diskutieren und Perspektiven f\u00fcr die Praxis zu entwickeln. Neben Keynotes und Paneldiskussionen stehen Pr\u00e4sentationen studentischer Ergebnisse sowie Beitr\u00e4ge zu innovativen Methoden der Wirkungsmessung auf dem Programm. Die Konferenz versteht sich als Plattform f\u00fcr Austausch, Reflexion und Impulse zur Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten Kulturvermittlung, die gesellschaftliche Transformation nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Abschluss der Konferenz werden wir die gesammelten Erkenntnisse ver\u00f6ffentlichen und freuen uns auf weiterf\u00fchrende Kooperationen, neue Forschungsvorhaben und einen offenen Dialog mit Institutionen, die die gesellschaftliche Wirkung von Kunst und Kultur gemeinsam mit uns sichtbar und messbar machen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"960\" src=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1331\" srcset=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-1.jpg 960w, https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blog-1-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><br><strong>Link zur Anmeldung f\u00fcr die Online-Konferenz: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.eventbrite.de\/e\/mpact-now-museen-zwischen-gesellschaft-und-forschung-tickets-1286120534139?aff=oddtdtcreator&amp;utm-source=cp&amp;utm-campaign=social&amp;utm-content=attendeeshare&amp;utm-medium=discovery&amp;utm-term=listing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Anmeldung zur Online-Konferenz &#8222;!MPACT NOW | Museen zwischen Gesellschaft und Forschung&#8220;<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Link zur detaillierten Beschreibung der Online-Konferenz: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.kuma.hhu.de\/impact\/save-the-date\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Homepage der Online-Konferenz &#8222;!MPACT NOW | Museen zwischen Gesellschaft und Forschung&#8220;<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pavlo Mihunov<\/strong> ist wissenschaftliche Hilfskraft im Rahmen des Lehr- und Praxisprojektes &#8222;Impact-Messung in der Kulturvermittlung: Praxisorientierte Ans\u00e4tze und Methoden&#8220; am Institut f\u00fcr Kunstgeschichte der HHU.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Pavlo Mihunov Im Rahmen des Masterstudiengangs \u201eKunstvermittlung und Kulturmanagement\u201c an der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf widmen wir uns im laufenden Semester der Weiterentwicklung der Impact-Messung in der kulturellen Bildung. 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