{"id":179,"date":"2021-10-20T12:59:00","date_gmt":"2021-10-20T12:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/?p=179"},"modified":"2023-05-31T14:39:48","modified_gmt":"2023-05-31T12:39:48","slug":"viel-mehr-als-bunte-bilder-digitale-ausstellungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/index.php\/2021\/10\/20\/viel-mehr-als-bunte-bilder-digitale-ausstellungen\/","title":{"rendered":"Viel mehr als bunte Bilder \u2013 Digitale Ausstellungen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Mara Janaschek<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"568\" src=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Pfau-Orbis-Pictus-1841-1024x568-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-180\" srcset=\"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Pfau-Orbis-Pictus-1841-1024x568-1.jpg 1024w, https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Pfau-Orbis-Pictus-1841-1024x568-1-300x166.jpg 300w, https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Pfau-Orbis-Pictus-1841-1024x568-1-768x426.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffebee\"><em>Teil 4 unserer Reihe zur Sammlungsarbeit \u2013&nbsp;denn nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung!<\/em><br><br>Ausstellen und Vermitteln<br>Zweck des Ausstellens ist, vorhandene Sammlungen der \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Dabei werden Objekte in immer wieder neue thematische Kontexte gebracht.&nbsp;Zur Erschlie\u00dfung der Ausstellung dient die Vermittlung. Zusammen mit der Bildung ist sie ein fester Bestandteil der Museumsaufgaben nach der Definition des Internationalen Museumsrates ICOM. Herk\u00f6mmliche Vermittlungsformate, wie Objektbeschriftungen, Kataloge, \u00f6ffentliche F\u00fchrungen und Vortr\u00e4ge wurden durch den technischen Fortschritt erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sichtbarmachung der musealen Arbeit f\u00fcr Besucher*innen findet in erster Linie \u00fcber Ausstellungen statt. Welche Bedeutung haben Ausstellungen jedoch aus der Sicht der Ausstellenden?<br>Dieser Artikel befasst sich mit der Relevanz von Ausstellungen f\u00fcr Museen. Neben der Pr\u00e4sentation eines Objektes f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ist es ebenso wichtig, Wissen zu einem Objekt so aufzubereiten, dass der\/die Besucher*in etwas \u00fcber das Objekt lernt und versteht.&nbsp;Die Bedeutung der Objekte und ihren Zusammenhang verst\u00e4ndlich zu machen, ist Teil eines Vermittlungskonzepts.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Funktion von Ausstellungen ist die Repr\u00e4sentation der Institution. Repr\u00e4sentation gegen\u00fcber der Gesellschaft und den Geldgebern. Abgesehen von einer Schwerpunktlegung geht es hierbei auch um eine gesellschaftliche Positionierung und Zielgruppenorientierung. In dieser Betrachtung kann eine Ausstellung als ein Teil des Gesamtmarketings einer Institution dienen.&nbsp;All die genannten Funktionen beziehen sich sowohl auf analoge als auch auf digitale Ausstellungen und deren Vermittlungskonzepte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Vor- und Nachteile haben digitalen Ausstellung?<\/p>\n\n\n\n<p>Vorteil digitaler Ausstellungen ist Vergr\u00f6\u00dferung der Reichweite einer Institution. Durch das Internet und Vernetzung ist es m\u00f6glich, zu jeder Zeit und an fast jedem Ort auf digitale Ausstellungen zuzugreifen. Allerdings m\u00fcssen digitale Ausstellungen so konzipiert werden, dass sie userfreundlich angelegt und leicht erschlie\u00dfbar sind. M\u00f6glich wird dies, vor allem durch das Scrollytelling-Format in unserer Ausstellung. Dabei handelt es sich um eine Wortsch\u00f6pfung aus \u201escrollen\u201c und \u201eStorytelling\u201c, die ein Ausstellungdesign in Form einer langen Seite beschreibt, die von oben nach unten betrachtet werden kann.&nbsp;<br>Ein weiterer Vorteil der digitalen Ausstellung ist an Objekte n\u00e4her heranzoomen zu k\u00f6nnen. Allerdings findet sich hier auch der Nachteil digitaler Ausstellungen und Vorteil analoger Ausstellung, dass \u2013 im besonderen Hinblick auf unsere Ausstellungsobjekte \u2013 ein sinnliches Erleben durch das Umbl\u00e4ttern, den Geruch und die Haptik der einzelnen Seiten und m\u00f6glicherweise auch durch den Raum (die Bibliothek) ausbleibt. Einen solchen Eindruck von den Objekten k\u00f6nnt ihr nach Anmeldung im Sonderlesesaal der ULB erhalten, in den ihr einzelne historische B\u00fccher zur Ansicht bestellen k\u00f6nnt. \u00dcberdies wird aktuell im Foyer der Bibliothek eine Auswahl unserer Exponate in Vitrinen gezeigt, so dass jede*r die B\u00fccher zugleich analog und digital sehen kann.<br>An dieser Stelle m\u00f6chten wir euch herzlich dazu einladen, diese parallele analoge Ausstellung der B\u00fccher in der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek D\u00fcsseldorf zu besuchen, die bis Mitte Oktober 2021 zu sehen ist!&nbsp;<br>In der digitalen Ausstellung schafft ein spezielles Vermittlungselement eine besondere Atmosph\u00e4re: professionelle Schauspieler*innen haben Textpassagen eingesprochen und erwecken damit die ausgestellten Objekte zum Leben. <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Hier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/index.php\/2021\/08\/13\/kuenstekinderbuch-das-vertonte-bild-im-gespraech-mit-noemi-krausz-und-jonas-friedrich-leonhardi\/\" target=\"_blank\">Hier<\/a> k\u00f6nnt ihr hinter die Kulissen schauen.<br><br>Einer der wichtigsten Punkte einer Ausstellung ist die Interaktion zwischen den Menschen. Ob nun Gespr\u00e4che zwischen Besucher*innen oder mit Fachpersonal \u2013 dies kann die analoge Ausstellung eindeutig besser bieten als die digitale. Aus diesem Grund m\u00f6chten wir euch auf die Kommentarm\u00f6glichkeit des Blogs am Ende jeder Seite hinweisen, die ihr nutzen k\u00f6nnen, um Fragen zu stellen, Anregungen zu geben oder sich \u00fcber die einzelnen Themen auszutauschen.Obwohl es zun\u00e4chst einfach klingen mag, eine Ausstellung digital zu konzipieren, muss bedacht werden, dass hier ein gro\u00dfes technisches Know-How ben\u00f6tigt wird. In unserer Ausstellung haben wir die Ausstellungs-Software der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB), <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"DDBStudio (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/pro.deutsche-digitale-bibliothek.de\/ddbstudio\" target=\"_blank\">DDBStudio<\/a>, verwendet. Die DDB ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen und hat die Aufgabe, ein \u201enationales Portal f\u00fcr digitalisierte Kunst- und Kulturg\u00fcter zu schaffen\u201c. Dies ist in Anlehnung an die europ\u00e4ische digitale Bibliothek&nbsp;<em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Europeana (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.europeana.eu\/de\" target=\"_blank\">Europeana<\/a><\/em> zu verstehen.&nbsp;<br>Auf der Internetseite der DDB findet sich auch eine <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Datenbank (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.deutsche-digitale-bibliothek.de\" target=\"_blank\">Datenbank<\/a>, in der Informationen und Digitalisate von B\u00fcchern, Archivalien, Bildern, Skulpturen, Kompositionen und Filmen zu finden sind. Als Netzwerk deutscher Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen soll dieser Fundus helfen, Deutschland in Bezug auf Wissenschaft, Forschung und Bildung anschluss- und wettbewerbsf\u00e4hig zu halten. Als zentrales nationales Portal macht es einzigartiges kulturelles Erbe und Wissen geb\u00fcndelt frei zug\u00e4nglich.&nbsp;<br><br>Die Vielfalt an Wissen findet sich in unserer Ausstellung wieder. Es kann ein Einblick in das Thema Illustration gewonnen werden. Dabei geht es nicht nur um dekorative Bilder, sondern in verschiedenen Sektionen der Ausstellung auch um ihre Entstehung (<em>Entwerfen Zeichnen Drucken<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Im Kreis der Kinderbuch-K\u00fcnstler<\/em>) und die vielf\u00e4ltigen Inhalte und ihre Rezeption (<em>Fabulieren, Spielen, Musizieren<\/em>,&nbsp;<em>Leben und Lernen&nbsp;<\/em>und&nbsp;<em>Betrachten, Besprechen, Bemalen<\/em>).Die Ausstellung&nbsp;<em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Tiere auf Papier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/blog.sbb.berlin\/tiere-auf-papier\/\" target=\"_blank\">Tiere auf Papier<\/a><\/em> entstand in&nbsp;Kooperation der Staatsbibliothek zu Berlin mit dem Institut f\u00fcr Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin. Auch sie wurde von Student:innen kuratiert.<sup>&nbsp;<\/sup>Gezeigt werden vielf\u00e4ltige Bilder von Tieren und Mischwesen aus B\u00fcchern, die verschiedenen Zeiten und Kulturen angeh\u00f6ren und sich im Bestand der Berliner Staatsbibliothek befinden.<sup>&nbsp;<\/sup>Die Illustrationen sind Lehr- und Arzneib\u00fcchern sowie Manuskripten entnommen, die unter anderem aus den Niederlanden und Japan stammen. Im Vergleich zu unserer Ausstellung liegt der Fokus auf einem Motiv, nicht auf einer Objektgattung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein vergleichbares Format, jedoch ein anderes Tool nutzt die Ausstellung&nbsp;<em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Now &amp; Then \u2013 Contemporary Illustrators and their childhood Art (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/sway.office.com\/G9RSlkoTtCNWfRpa\" target=\"_blank\">Now &amp; Then \u2013 Contemporary Illustrators and their childhood Art<\/a>&nbsp;<\/em>Die Ausstellung wurde 2019 von dem Museum&nbsp;<em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"The Eric Carle Museum of Picture Book Art (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.carlemuseum.org\" target=\"_blank\">The Eric Carle Museum of Picture Book Art<\/a><\/em> in Massachusetts mit der der Software Microsoft Sway erstellt. Gezeigt werden 19 Kinderzeichnungen von Illustrator*innen im direkten Vergleich mit ihren ver\u00f6ffentlichten Werken. Die Ausstellung zeigt somit den Prozess oder die Entwicklung von Illustrationen einzelner Illustrator*innen und Buchk\u00fcnstler*innen. Sie entstand parallel zu einer analogen Ausstellung, wurde von Illustrator*innen kuratiert und richtet sich gleicherma\u00dfen an Erwachsene und Kinder.&nbsp;Die Entwicklung und eine wechselseitige Beeinflussung der Buchillustratoren, wird auch in unserer Ausstellung aufgegriffen. Ihr k\u00f6nnt dies in der Ausstellungsektion&nbsp;<em>Im Kreis der Kinderbuch-K\u00fcnstler<\/em>&nbsp;betrachten. Dabei lernt Ihr einzelne K\u00fcnstler und Schriftsteller und ihre Verbindung zueinander kennen. Wo haben die Maler sich getroffen? Wer hat wen beeinflusst? Wer hat mit wem kooperiert? Und was hat eigentlich Clemens Brentano damit zu tun? Auf alle diese Fragen und noch viele mehr findet ihr in unserer Ausstellung Antworten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffebee\"><em>Links zur Lekt\u00fcre:<\/em><br>\u2013 Deutscher Museumsbund \/ ICOM:&nbsp;<em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.museumsbund.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/standards-fuer-museen-2006-1.pdf\" target=\"_blank\">Standards f\u00fcr Museen<\/a><\/em>, Berlin \/ Kassel 2006.<br>\u2013 Spohr, Julia; Westermann, Lidia:&nbsp;<a href=\"https:\/\/zs.thulb.uni-jena.de\/servlets\/MCRFileNodeServlet\/jportal_derivate_00288448\/j20-h56-auf-8.pdf\"><em>Bildung und Vermittlung digital. Virtuelle Ausstellungen in der Deutschen Digitalen Bibliothek<\/em><\/a>. In: Bildung und Vermittlung digital. Virtuelle Ausstellungen in der Deutschen Digitalen Bibliothek, 15.12.2020.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Titelbild aus: Heinrich Gr\u00fcnwald \/ Johann Baptist Sonderland, <a href=\"https:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:hbz:061:2-34369\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Orbis Pictus (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Orbis Pictus<\/a>, D\u00fcsseldorf 1841 \u00a9 Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek D\u00fcsseldorf<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffebee\">Vom 28.6. bis zum 31.12.2021 konntet ihr unsere Ausstellung\u00a0<em>Kunst f\u00fcr Kinder. Illustrationen aus dem Umfeld der Kunstakademien in D\u00fcsseldorf und Dresden<\/em>\u00a0online betrachten \u2013 und h\u00f6ren! Bis Dezember 2021 ver\u00f6ffentlichten wir mit Hilfe der B\u00fcrgeruniversit\u00e4t das digitale Begleitprogramm mit Bildern, Blogeintr\u00e4gen und Podcasts zur Ausstellungsentstehung und einzelnen Themenbereichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt<\/strong>&nbsp;<a>kunstfuerkinder@hhu.de<\/a><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Mara Janaschek Teil 4 unserer Reihe zur Sammlungsarbeit \u2013&nbsp;denn nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung! Ausstellen und VermittelnZweck des Ausstellens ist, vorhandene Sammlungen der \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Dabei werden Objekte in immer wieder neue thematische Kontexte gebracht.&nbsp;Zur Erschlie\u00dfung der Ausstellung dient die Vermittlung. 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