{"id":211,"date":"2021-11-26T13:24:00","date_gmt":"2021-11-26T13:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/?p=211"},"modified":"2023-02-08T13:25:12","modified_gmt":"2023-02-08T13:25:12","slug":"wissenschaft-wird-frei-zugaenglich-wie-nutzen-forschende-digitale-medien-zur-wissenschaftskommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/index.php\/2021\/11\/26\/wissenschaft-wird-frei-zugaenglich-wie-nutzen-forschende-digitale-medien-zur-wissenschaftskommunikation\/","title":{"rendered":"Wissenschaft wird frei zug\u00e4nglich &#8211; Wie nutzen Forschende digitale Medien zur Wissenschaftskommunikation?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em> von Julian Rottmann und Jennifer Buchmiller<\/em><strong><em> <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-3-1024x682.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2743\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die digitalen Medien haben innerhalb der letzten Jahre einen beeindruckenden Wandel hingelegt. Angefangen als eingeschr\u00e4nktes Informationsmedium f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Personen bestimmen sie heute unseren Alltag. Das Internet ist f\u00fcr die heutigen Generationen nicht mehr wegzudenken. Durch die Einf\u00fchrung und Etablierung der sozialen Medien hat sich unsere Kommunikation und unser Verst\u00e4ndnis der digitalen Welt massiv erweitert. Dies f\u00fchrt dazu, dass sich auch die Wissenschaft mit den digitalen und sozialen Medien auseinandersetzen muss, um den Anschluss an die Gesellschaft nicht zu verlieren. Die \u00f6ffentliche Kommunikation hat sich ge\u00e4ndert und ist jetzt freier und zug\u00e4nglicher denn je. Der deutsche Wissenschaftsjournalismus ist stark etabliert, \u00e4hnlich wie der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk. Das digitale Zeitalter stellt traditionelle Gesch\u00e4ftsmodelle des Journalismus auf den Kopf.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was versteht man unter Wissenschaftskommunikation und was sind digitale Medien?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaftskommunikation umfasst ein breites Spektrum an Kommunikationsformaten, die sich an eine vielf\u00e4ltige \u00d6ffentlichkeit richtent, um Meinungsbildung zu f\u00f6rdern und zu multiplizieren. Nach Burns (2003) wird Wissenschaftskommunikation definiert als eine M\u00f6glichkeit in Diskussions-, bzw. Dialogform Medien zu nutzen und \u00fcber wissenschaftliche Themen nachzudenken. Dadurch sollen Menschen untereinander in eine Diskussion kommen und bei verschiedenen Inhalten gegenseitig unterschiedliche Reaktionen wie z.B. Bewusstsein, Aufkl\u00e4rung, Meinung etc. hervorrufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Internet als Plattform erm\u00f6glicht hierbei einen Diskurs der grunds\u00e4tzlich frei zug\u00e4nglich f\u00fcr alle ist. Damit heben sich die digitalen Medien von weiteren \u00f6ffentlichen Medien, wie z.B. Zeitungen, ab. Kommunikation und Meinung ist somit nicht mehr nur von \u201cEliten\u201d gemacht, sondern jede:r kann zum\/r Akteur:in werden. Dies muss bei einer m\u00f6glichen eigenen Beteiligung bedacht werden. Durch die Anonymisierung im Internet ist au\u00dferdem nicht mehr eindeutig erkennbar, wer Wissenschaftler:in ist, sondern jede:r kann zum\/r \u201cwissenschaftlichen\u201d Akteur:in werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einblick in die Forschung zur Wissenschaftskommunikation in der digitalen Welt&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer von der Kommunikationswissenschaftlerin Birte F\u00e4hnrich (2021) durchgef\u00fchrten Studie geht es um die Frage, wie Wissenschaftskommunikation auf die grundlegenden gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen, welche&nbsp; durch die digitale Transformation hervorgerufen werden, konzeptualisiert werden kann. Zur Beantwortung dieser Frage st\u00fctzt sich diese Ver\u00f6ffentlichung auf die Ergebnisse einer Delphi-Studie mit 31 herausragenden internationalen Wissenschaftler:innen aus dem Bereich der Wissenschaftskommunikation. Es wird ein gemeinsamer Ansatz vorgestellt, welcher die Online-Wissenschaftskommunikation im weitesten Sinne konzeptualisiert. Dieser setzt sich mit unterschiedlichen Standpunkten auseinander, da er spezifische Merkmale identifiziert, welche eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Settings der Wissenschaftskommunikation erm\u00f6glichen. Es wird argumentiert, dass ein solcher Ansatz f\u00fcr eine zeitgem\u00e4\u00dfe Analyse der Wissenschaftskommunikation besser geeignet ist. Au\u00dferdem ist er f\u00fcr professionelle Kommunikatoren und politische Entscheidungstr\u00e4ger hilfreich, um die Interaktionen von Wissenschaft und Gesellschaft im Kontext der digitalen Medienlandschaft zu verstehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>M\u00f6gliche Folgen f\u00fcr die Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kritiker:innen bef\u00fcrchten ein unkontrolliertes Wachstum an Wissenschaftskommunikation durch z.B. die Erschlie\u00dfung neuer Kommunikationskan\u00e4le. Dabei wird gerade die Qualit\u00e4t der wachsenden und frei zug\u00e4nglichen Wissenschaftskommunikation kritisch betrachtet. Auch im gerade ver\u00f6ffentlichten Koalitionsvertrag der SPD f\u00fcr 2021-2025 wird die Bedeutung des Austausches zwischen Wissenschaft und Gesellschaft betont. Ihr Ziel: Wissenschaftsjournalismus und&nbsp; wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen in digitalen und analogen Medien durch unabh\u00e4ngige Stiftungen f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Chance oder Gefahr? Der Wandel der digitalen Welt stellt f\u00fcr die Wissenschaftskommunikation eine zuvor nicht dagewesene Chance dar: Wissenschaft direkt und unkompliziert in weite Teile der Gesellschaft zu streuen und sie damit nahbar zu gestalten. Es bietet die Chance des Austausches zwischen Laien und Expert:innen, aber auch den Diskurs und die Vernetzung unter den wissenschaftlichen Expert:innen selbst. In dieser Euphorie sollten wir aber nicht vergessen, dass die Chance der ungefilterten Kommunikation auch Risiken mit sich bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Burns, T. W., O\u2019Connor, D. J., &amp; Stocklmayer, S. M. (2003). Science Communi- cation: A Contemporary Definition. Public Understanding of Science, 12(2), 183\u2013202. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00e4hnrich, B. (2021). Conceptualizing science communication in flux\u2014 a framework for analyzing science communication in a digital media environment. JCOM 20 (03), Y02. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.22323\/2.20030402\"><span><\/span><\/a><a href=\"javascript:\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziegler, R. &amp; Fischer, L. (2020). <em>Ziele von Wissenschaftskommunikation \u2013 Eine Analyse der strategischen Ziele relevanter Akteure f\u00fcr die institutionelle Wissenschaftskommunikation in Deutschland, 2014-2020, Wissenschaft im Dialog, Berlin.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Koalitionsvertrag\/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf\">https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Koalitionsvertrag\/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.wissenschaftskommunikation.de\/wissenschaftsjournalismus-im-digitalen-zeitalter-47821\/\">https:\/\/www.wissenschaftskommunikation.de\/wissenschaftsjournalismus-im-digitalen-zeitalter-47821\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Julian Rottmann und Jennifer Buchmiller Die digitalen Medien haben innerhalb der letzten Jahre einen beeindruckenden Wandel hingelegt. 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