{"id":221,"date":"2021-12-02T13:33:00","date_gmt":"2021-12-02T13:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/?p=221"},"modified":"2023-02-08T13:34:56","modified_gmt":"2023-02-08T13:34:56","slug":"ein-neues-zeitalter-brauchen-wir-digitale-schul-bildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/index.php\/2021\/12\/02\/ein-neues-zeitalter-brauchen-wir-digitale-schul-bildung\/","title":{"rendered":"Ein neues Zeitalter &#8211; Brauchen wir digitale (Schul-)bildung?"},"content":{"rendered":"\n<p><em> von Marcel Ortiz Gonzalez, Laura Weidel, Isabel Rheims, Zijin Zhang und Nina Roberts <\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh4.googleusercontent.com\/kVDHe1RBdAY4mgO2EMfxgf-HVqAmChWc2uiE3UCW_bKhJ1P4tO1nb8fy55ocVYwm7Y_daDI9CbArnw2xh_rnpIVzTfWH_Np07O_RVb34WUj5REJYINSAOc-rrqvicFoAsjzaJ33Y\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir alle durften es in den letzten zwei Jahren miterleben: Covid-19 hat die Welt, wie wir sie bisher kannten, grundlegend auf den Kopf gestellt. Besonders stark davon betroffen ist die Schule. Dabei muss eigentlich gar nicht erst erw\u00e4hnt werden, welche H\u00fcrden entstanden. Denn jede:r Sch\u00fcler:in kennt es: Von Mitsch\u00fcler:innen, die vergessen das Mikrofon auszuschalten bis hin zu Lehrer:innen, die nicht wissen, wie sie ihren Bildschirm teilen, ist alles dabei. Eine solche Situation erfordert Kenntnisse und F\u00e4higkeiten, die erworben werden m\u00fcssen. Viele dieser Kompetenzen k\u00f6nnen unter dem Begriff<a href=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/index.php\/2021\/11\/16\/digital-literacy-das-schulfach-von-morgen\/\"> <em>digital literacies<\/em><\/a> zusammengefasst werden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeutet digital literacies?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In einem Vortrag zum Thema<em> digital literacies in der Schule<\/em> schl\u00e4gt Nicky Hockly, die sich als P\u00e4dagogin schon seit einiger Zeit mit dem Thema digitale Schulbildung auseinandersetzt, eine m\u00f6gliche Definition des Begriffs anhand einer Unterteilung in vier verschiedene Bereiche vor. Wie das aussieht, ist in der folgenden Grafik veranschaulicht:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh3.googleusercontent.com\/5Vt_c93s51xDHPmF8nijcSJSKww9DTIw19nXjx25B05lORP06CtCyikpy8HmZoa5uzSdH2Bu0D30Qh3cZd6ov-hWRwHsjqU9dmSjsGiwnRvgyZuHX6iYFYk33eULgahcSBuzglE-\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Eigene Darstellung in Anlehnung an: Hockly, Nicky (2018): Digital literacies.<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qRN6HdbzPPU\"><em> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qRN6HdbzPPU<\/em><\/a><em>. Minute 22:39.<\/em> <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Du erkennst: Es gibt eine Unterscheidung zwischen vier Gebieten, die sich aufeinander beziehen und sich \u00fcberschneiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst aber gen\u00fcgt es zu wissen, dass <em>digital literacies<\/em> ein wichtiger Teil der schulischen Ausbildung sein sollten, insbesondere in Zeiten von Covid-19. In dem Zusammenhang bleiben einige Fragen ungekl\u00e4rt: Warum sollten <em>digital literacies<\/em> Teil der Bildung sein? Wie kann so etwas umgesetzt werden? Welche weiteren Effekte haben Situationen wie die Pandemie auf die Schulbildung? Was sind Chancen und Herausforderung, die dadurch entstehen? Zu diesen Fragen m\u00f6chten wir im Folgenden Antworten geben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Probleme haben wir aktuell in der Schulbildung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir uns doch zuerst mal den aktuellen Stand des Bildungssystems und die damit einhergehenden Probleme an. Manche von uns werden es vielleicht noch aus der eigenen Schulzeit kennen: Lernen fiel um einiges schwerer, wenn man sich nicht gerade in der Schule befand. Zuhause war es zu verlockend, die Freizeit zu genie\u00dfen und sich mit Schule nicht mehr als n\u00f6tig zu befassen. So sch\u00f6n dies auch klingen mag, stellt es gleichzeitig ein zentrales Problem dar. Denn die teilweise wichtigsten Lernprozesse spielen sich heutzutage au\u00dferhalb der Schule ab, was allerdings im Bildungssystem nicht ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ph\u00e4nomen, welches ihr bestimmt schon mal erlebt habt, l\u00e4sst sich unter dem Begriff des <em>gift wrapping<\/em> fassen. Dahinter steckt, dass die neueste Technologie angeschafft, aber nicht in vollem Ma\u00dfe genutzt wird (z. B. Hilfsmittel wie Whiteboards oder Sch\u00fcler:innen-Tablets). Die Lehrmethoden werden nicht im Einklang mit den neu angeschafften Technologien weiterentwickelt, sondern die bisherige Art zu unterrichten wird 1:1 ins Digitale \u00fcbertragen. Das hei\u00dft, die technischen M\u00f6glichkeiten werden unzureichend ausgesch\u00f6pft. Das hat neben finanziellen Unkosten zur Konsequenz, dass der Unterricht weniger effizient, interaktiv  und spannend gestaltet ist. Dabei st\u00fcnden mit dem Einsatz digitaler Tools v\u00f6llig neue Optionen offen, bei dem kooperativ und kreativ sowie an dem individuellen Lernstand und am pers\u00f6nlichen Interesse der Sch\u00fcler:innen angekn\u00fcpft werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo liegt also die Herausforderung? Warum neigen manche Lehrkr\u00e4fte dazu an den bew\u00e4hrten Methoden festzuhalten und neue digitale Methoden abzulehnen? Eine Antwort darauf ist ein unzureichender Wissensstand \u00fcber die M\u00f6glichkeiten, aber auch \u00fcber die Anwendung der digitalen Tools. Es bedarf also regelm\u00e4\u00dfig stattfindender Weiterbildungen f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte, in denen sie den Umgang und die M\u00f6glichkeiten digitaler Methoden lernen und im Austausch mit anderen Lehrkr\u00e4ften bestehende Vorbehalte abbauen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Antworten auf die Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir halten fest: Es gibt einige Bereiche im Bildungswesen, die von \u00c4nderungen profitieren k\u00f6nnten, insbesondere bezogen auf die Pandemiesituation. Aber was genau bedeutet das nun? Wie k\u00f6nnen solche \u00c4nderungen potenziell aussehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Beziehen wir uns zun\u00e4chst einmal auf das Problem, dass haupts\u00e4chlich innerhalb der Schule gelernt wird. Die L\u00f6sung des Problems scheint hierbei naheliegend zu sein. Lernen muss auch au\u00dferhalb der Schule etabliert werden. Doch wie ist dies umzusetzen? Eine wichtige Idee in dem Zusammenhang ist das Konzept des <em>Lifelong Learning<\/em> [dt. \u201cLebenslanges Lernen\u201d]. Es beschreibt, dass stetiges Lernen in und au\u00dferhalb der Schule und unabh\u00e4ngig von Alter oder Lebenswelt notwendig ist, um wertvolle lebensbegleitende F\u00e4higkeiten zu erwerben. Diese Anpassungsf\u00e4higkeiten wiederum erm\u00f6glichen es uns, mit unberechenbaren Situationen wie der Corona-Pandemie umzugehen. Die letzten zwei Jahre waren schlie\u00dflich ein perfektes Beispiel daf\u00fcr, dass Lernen au\u00dferhalb der Schule ein wichtiger Prozess ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist weiter, dass die Rollen \u201cLehrer:in\u201d und \u201cSch\u00fcler:in\u201d flexibler verstanden werden m\u00fcssen. Die Lernenden sind heutzutage <em>digital natives<\/em> und k\u00f6nnen den Lehrkr\u00e4ften, die h\u00e4ufig <em>digital immigrants<\/em> sind, verschiedene Funktionen oder Anwendungsweisen von digitalen Inhalten erkl\u00e4ren. Es gibt einen Austausch zwischen den beiden Gruppen, von dem alle profitieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was bieten sich nun f\u00fcr Chancen und M\u00f6glichkeiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie wir in diesem Beitrag verdeutlicht haben, gibt es einige H\u00fcrden, die verst\u00e4rkt durch Situationen wie die Covid-19 Pandemie sichtbar werden. Das Ziel: Kein kurzfristiges Handeln oder Reagieren, sondern jetzt das Bildungssystem reformieren und verbessern. Damit wir nicht hinterherlaufen, sondern vorangehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie das aussehen kann?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die drei \u201cT\u00b4s\u201d (<em>Training, Teaching, Technology<\/em>), wie sie von Nicky Hockly formuliert werden, k\u00f6nnen als guter Leitfaden dienen, um <em>digital literacies<\/em> in das Schulsystem einzubinden. Hierbei ist <em>Training<\/em> der wichtigste Punkt. Mit <em>Training<\/em> ist gemeint, dass man schon in die Ausbildung zur Lehrkraft die Verwendung von digitalen Medien einbauen sollte. Lehrer:innen erhalten damit wirkliche Erfahrungen, die in der Unterrichtsgestaltung angewendet werden k\u00f6nnen. <em>Teaching<\/em> ist die Implementierung von <em>digital literacies<\/em> in den Lehrplan, aber hier geht es eher um das \u2018Wie\u2019 und nicht um die Technik selber. Diese findet sich im dritten Begriff <em>Technology<\/em>. Hierbei geht es nicht um die neueste Technik, sondern um die, die sinnvoll genutzt wird\/werden kann. Das bedeutet, dass die Bildungsinstitutionen bei den Ausgaben mehr Wert auf die Ausbildung, als auf die Technik selber legen sollten, da dies wesentlich wichtiger ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber dennoch ist es wichtig, ein Mittelma\u00df zwischen digitalen und analogen Methoden zu finden. Da wir alle verschieden sind und somit auch jede:r anders lernen kann, gibt es auch Menschen, die besser mit analogen Methoden umgehen k\u00f6nnen und umgekehrt. Nun die Frage an euch: Wie sch\u00e4tzt ihr das Ganze ein? Kommt ihr besser mit Online- oder Pr\u00e4senzlehre klar? Und als wie wichtig sch\u00e4tzt ihr die Digitalit\u00e4t in der Schulbildung ein? Lasst uns doch gerne einen Kommentar da und erz\u00e4hlt von euren eigenen Ideen und Erfahrungen zu dem Thema!<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p>Fischer, G. (2021). \u201cChallenges and Opportunities of COVID-19 for Rethinking and Reinventing Learning, Education, and Collaboration in the Digital Age\u201d, merz | medien + erziehung, 65 (1), S. 30-36.<\/p>\n\n\n\n<p>Hockly, Nicky (2018): Digital literacies. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qRN6HdbzPPU\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qRN6HdbzPPU<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Marcel Ortiz Gonzalez, Laura Weidel, Isabel Rheims, Zijin Zhang und Nina Roberts Wir alle durften es in den letzten zwei Jahren miterleben: Covid-19 hat die Welt, wie wir sie bisher kannten, grundlegend auf den Kopf gestellt. Besonders stark davon betroffen ist die Schule. Dabei muss eigentlich gar nicht erst erw\u00e4hnt werden, welche H\u00fcrden entstanden. 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