{"id":248,"date":"2022-01-18T13:50:00","date_gmt":"2022-01-18T13:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/?p=248"},"modified":"2023-02-08T13:51:36","modified_gmt":"2023-02-08T13:51:36","slug":"fridays-for-future-aber-wie-kann-man-wirklich-die-zukunft-aendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/index.php\/2022\/01\/18\/fridays-for-future-aber-wie-kann-man-wirklich-die-zukunft-aendern\/","title":{"rendered":"Fridays for Future &#8211; aber wie kann man wirklich die Zukunft \u00e4ndern?"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Lena Ertel, Gertrude Holzke, Paula Martin, Kenzie El Bakry, Vivien Domagala und\u00a0Sebastian Hofbauer <\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/school-strike-4-climate-4057783_1280-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2873\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Fridays for Future geht jetzt seit 2018 auf die Stra\u00dfe. M\u00fcssen nun radikalere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um Ergebnisse zu sehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lia, eine internationale Ansprechpartnerin f\u00fcr die deutsche FFF Bewegung, hat uns einen einmaligen Einblick in die Organisation der Klimaproteste gegeben. Sie erkl\u00e4rte uns die Entwicklung in der \u00d6ffentlichkeit, die Folgen der Klimakrise und Forderungen von FFF. Vor allem aber, warum es nicht mehr nur um das Klima geht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eAus irgendeinem Grund ist das Klimathema [\u2026] pl\u00f6tzlich ein weltweites Thema geworden\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So \u00e4u\u00dferte sich ein sogenannter Profi, der damalige Kanzlerkandidat Armin Laschet, \u00fcber den Klimawandel. Christian Lindner betonte noch 2019, der Klimawandel sei eine Sache f\u00fcr Profis, wie eben Herrn Laschet. Denn Sch\u00fcler:innen k\u00f6nnten die Zusammenh\u00e4nge nicht verstehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>An solchen Profis wollte sich die FFF-Bewegung allerdings nicht orientieren. Stattdessen zogen sie den Rat der sogenannten \u201eScientists for Future\u201c heran. Die fast 27.000 Expert:innen und Wissenschaftler:innen unterschrieben eine Stellungnahme, die beinhaltet, dass wir jetzt handeln m\u00fcssen, um unseren Planeten zu retten und genau diese Forderung verfolgt auch die FFF-Bewegung. Sie sprachen damit ihre Achtung und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Sch\u00fcler:innen aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber wie entstand FFF \u00fcberhaupt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Fridays for Future Bewegung begann 2018 mit einem einzigen jungen M\u00e4dchen: Greta Thunberg. Den Namen haben wir wohl alle schon mal geh\u00f6rt und werden ihn so schnell auch nicht vergessen, denn das damals 15-j\u00e4hrige M\u00e4dchen hat unser Leben ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt am Freitag zur Schule zu gehen, protestierte sie vor dem schwedischen Parlament f\u00fcr mehr Klimaschutz. Unterst\u00fctzung fand sie in einer Vielzahl von Sch\u00fcler:innen, die sich gemeinsam f\u00fcr das Klima stark machen &#8211;&nbsp; \u201ewir streiken, bis ihr handelt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Forderungen nach einer Politik, die aktiv f\u00fcr die Menschen handelt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fridays for Future ist von Kindern gegr\u00fcndet und bekannt gemacht worden, doch ihre Forderungen sind f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung von Relevanz. Um die Zukunft aller zu retten, fordern sie, dass die Politik endlich wach wird und Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Erde ergriffen werden. Dazu geh\u00f6rt das Einhalten des Pariser Klimaabkommens und die Erw\u00e4rmung der Erde auf unter 1,5 \u00b0C zu begrenzen. Aber ist das \u00fcberhaupt zu schaffen und wenn ja, wie?<\/p>\n\n\n\n<p>Fridays for Future fordert das nicht nur, sondern hat auch konkret mit dem Wuppertaler Institut in einer Machbarkeitsstudie gezeigt, dass das Ziel erreichbar w\u00e4re. Durch Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Geb\u00e4ude, Industrie, Verkehr und Energie kann die globale Erw\u00e4rmung gebremst werden und jeder kann dazu beitragen. Geb\u00e4ude haben aktuell den gr\u00f6\u00dften Energiebedarf, aber dadurch auch ein gro\u00dfes Potenzial der Verbesserung. Durch eine Kombination von Ma\u00dfnahmen, Anreizen, Verboten und Ausbau von Fachkr\u00e4ften sollen Geb\u00e4ude energetisch saniert werden und 100% durch erneuerbare Energien erw\u00e4rmt werden k\u00f6nnen. Zur Energiegewinnung muss f\u00fcr das Erreichen des 1,5\u00b0C Ziels auf erneuerbare Energieformen wie Solar- und Windkraft umgestellt werden und die Industrie muss auf die Nachhaltigkeit und Umweltvertr\u00e4glichkeit von neuen Industrieanlagen achten. Der f\u00fcr viele B\u00fcrger:innen sicherlich wichtigste Bereich ist der Verkehr und auch dieser muss sich zum Abbremsen der Erw\u00e4rmung stark ver\u00e4ndern. Fridays for Future zeigt in der Machbarkeitsstudie eine Verkehrswende auf, die den Individualverkehr zur\u00fcckstellt und vor allem auf Schienenverkehr setzt. Aber auch E-Autos k\u00f6nnen Teil der Verkehrswende sein. Mit dieser Studie macht die Gruppe zwar Mut, dass das Ziel noch in greifbarer N\u00e4he ist, aber auch deutlich, dass die Zeit daf\u00fcr begrenzt ist und die B\u00fcrger:innen und die Politik <strong>jetzt <\/strong>handeln m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Forderungen an die neue Regierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um die Dringlichkeit ihrer Forderungen aufzuzeigen, hat die Bewegung ganz aktuell Forderungen an die neue deutsche Regierung formuliert. In diesen fordern sie unter anderem, dass die Politik konkret Gelder einplanen muss, um die CO2 Reduktion voranzutreiben, aber auch umweltsch\u00e4dliche Energiegewinnung nicht mehr zu \nsubventionieren und nachhaltig aus dieser auszusteigen. Einher geht das mit dem Vorantreiben von nachhaltigen Energieformen und einer Mobilit\u00e4tswende. Das alles soll in den ersten 100 Tagen nach der Regierungsentstehung geschehen. Es bleibt abzuwarten, ob auf die Bewegung und ihre wissenschaftlichen Studien reagiert wird. Um die Bedeutung dieser Forderungen hervorzuheben, kann jeder momentan daf\u00fcr auf der Website von Fridays for Future seine Stimme abgeben (<a href=\"https:\/\/fridaysforfuture.de\/\">https:\/\/fridaysforfuture.de\/<\/a>).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einfluss der Corona Pandemie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nWenngleich es auch in den vergangenen Monaten, trotz der Corona Pandemie, einige Streiks der FFF-Bewegung gab, haben die aktuellen Inzidenzen gro\u00dfen Einfluss darauf, wie viele Menschen f\u00fcr einen Protest zusammenkommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In digitalen R\u00e4umen ist der Austausch zwischen den Anh\u00e4nger:innen trotzdem m\u00f6glich, z.B.&nbsp; durch neue Denk- und Diskussionsr\u00e4ume \u00fcber Zoom oder WebEx. Diese Programme d\u00fcrften wohl kaum jemandem mehr fremd sein &#8211; Online-Lehre und -Arbeit sei Dank!<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eAber, warum k\u00fcmmern die sich nicht einfach nur ums Klima?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur FFF-Bewegung geh\u00f6rt mehr als nur Klima! Nur, wieso eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Intersektionalit\u00e4t pr\u00e4gt die Klimaproteste der Sch\u00fcler:innen, denn die verschiedenen Unterdr\u00fcckungsmechanismen wirken zusammen. Die Bereiche Feminismus, Anti-Klassismus und Antirassismus spielen mit in das Klimathema ein, da die davon betroffenen Gesellschaftsgruppen deutlich mehr unter den Folgen des Klimawandels leiden. Verst\u00e4ndlich also, dass alles einander irgendwie beeinflusst?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du bist kein*e Sch\u00fcler*in mehr, willst aber trotzdem helfen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle m\u00fcssen Verantwortung \u00fcbernehmen, da wir alle Opfer des Klimawandels sein werden. Aber auch wir alle k\u00f6nnen etwas dagegen tun! Indem wir unseren eigenen Konsum \u00fcberdenken und gegebenenfalls ver\u00e4ndern, aber auch indem wir Teil der Bewegung sind. Mittlerweile gibt es auch die Ableger-Gruppen \u201eParents for Future\u201c, \u201eStudents for Future\u201c oder \u201eSenioren for Future\u201c &#8211; hier ist f\u00fcr jede:n was dabei!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Radikalisierung von Kindern, um endlich etwas zu erreichen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es steht im Raum, ob die Bewegung Fridays for Future einen radikaleren Weg einschlagen m\u00fcsse. Denn bis jetzt sieht es nicht so aus, als w\u00fcrden wir das 1,5 Grad Ziel erreichen. Was muss die Bewegung \u00e4ndern? Was kann sie \u00fcberhaupt \u00e4ndern? Reichen Sch\u00fcler:innen, die Angst um ihre Zukunft haben nicht mehr?<\/p>\n\n\n\n<p>In der Bewegung selbst wird diskutiert, ob das wirklich der richtige Weg sein kann. Einige Ortsgruppen gehen, in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, bereits einen radikaleren Weg. Andere Gruppen wiederum bleiben ihrem friedlichen Protest treu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fakt ist aber, dass die FFF-Bewegung wesentlich weniger Nachrichtenwert hat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Proteste sind nichts Neues mehr, nichts Exklusives. Sie erwecken kein riesen Aufsehen mehr. Diese Kinder, die auf die Stra\u00dfe gehen, um f\u00fcr ihre Zukunft zu k\u00e4mpfen, sind zur Normalit\u00e4t geworden. Und das obwohl das Klimathema immer noch aktuell und akuter als je zuvor ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist nun, ob das Problem des Klimawandels nicht auch zu einem Problem unseres Systems und unserer Gesellschaft geworden ist? Wie kann es normal sein, dass Kinder ihre Bildung einschr\u00e4nken, damit sie eine Zukunft haben und die Verantwortlichen w\u00e4hrenddessen immer noch nichts \u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um den Klimawandel zu entschleunigen und die voranschreitende Zerst\u00f6rung der Natur zu stoppen, reicht ein lokaler bis nationaler Diskurs nicht aus. Die einzige L\u00f6sung ist ein globaler Austausch, denn jede:r kann zu dieser Thematik beitragen und jede:r leidet unterschiedlich unter den Folgen der aktuellen Entwicklung. Eine globale Gesellschaftsver\u00e4nderung kann nur bewirkt werden, wenn alle Menschen einen Beitrag dazu leisten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/fridaysforfuture.de\/\">https:\/\/fridaysforfuture.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Lena Ertel, Gertrude Holzke, Paula Martin, Kenzie El Bakry, Vivien Domagala und\u00a0Sebastian Hofbauer Fridays for Future geht jetzt seit 2018 auf die Stra\u00dfe. M\u00fcssen nun radikalere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um Ergebnisse zu sehen? Lia, eine internationale Ansprechpartnerin f\u00fcr die deutsche FFF Bewegung, hat uns einen einmaligen Einblick in die Organisation der Klimaproteste gegeben. 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