{"id":308,"date":"2022-10-24T14:46:00","date_gmt":"2022-10-24T14:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/?p=308"},"modified":"2023-02-08T14:47:16","modified_gmt":"2023-02-08T14:47:16","slug":"nationaler-und-internationaler-austausch-zu-kultureller-teilhabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buergeruni.hhu-blog.de\/index.php\/2022\/10\/24\/nationaler-und-internationaler-austausch-zu-kultureller-teilhabe\/","title":{"rendered":"Nationaler und internationaler Austausch zu kultureller Teilhabe"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Christine Stender M.A.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Monate September und Oktober standen ganz im Zeichen von Austausch und Kommunikation. Nachdem wir das Projekt Anfang September bei der Nacht der Wissenschaft vorgestellt haben (<a href=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/index.php\/2022\/10\/13\/wir-bringen-licht-ins-dunkel-bei-der-nacht-der-wissenschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">hier<\/a> geht es zum Blog-Beitrag dazu), durfte ich, Christine Stender, unsere Forschungsaktivit\u00e4ten im Nachgang gleich auf nationaler und internationaler B\u00fchne pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Zeichenfl\u00e4che-1-1024x640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3181\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> \u00a9 Christine Stender<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am letzten Septemberwochenende fand in L\u00fcbeck, auf Einladung der <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/kulturtafel-luebeck.de\/\" target=\"_blank\">KulturTafel L\u00fcbeck<\/a>, die Jahrestagung meiner Forschungspartner der <a href=\"http:\/\/www.kulturelleteilhabe.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Bundesvereinigung kulturelle Teilhabe e.V.<\/a> statt. 14 Initiativen aus ganz Deutschland folgten der Einladung und tauschten sich dort \u00fcber aktuelle Entwicklungen und auch Herausforderungen, zum Beispiel bzgl. der Energie-Krise und der anstehenden Winterplanung, aus. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Zeichenfl\u00e4che-3-1024x640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3182\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> \u00a9 Kristine Goddemeyer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und auch ich konnte den aktuellen Stand des Projekts pr\u00e4sentieren, mich den Fragen der Teilnehmer*innen stellen und wichtige Inputs mitnehmen. So haben die Mitglieder der Bundesvereinigung beschlossen, den Fragebogen, den wir aktuell im Projekt entwickeln, nicht nur an die zehn direkt am Projekt beteiligten Organisation auszugeben, sondern an alle, die bei der Bundesvereinigung versammelt sind. Damit werden wir mit dem Versand im Fr\u00fchling 2023 \u00fcber 100.000 Menschen erreichen. Ein tolles Beispiel f\u00fcr neue Feldzug\u00e4nge, die durch Citizen Science geschaffen werden, denn alleine h\u00e4tte ich niemals so viele Menschen im Forschungsprojekt involvieren k\u00f6nnen! <\/p>\n\n\n\n<p>Und auch im Oktober ging es weiter mit dem Austausch, diesmal jedoch international: Unter der Fragestellung \u201eKann Kultur die Welt retten?\u201c kamen beim ersten internationalen Treffen zu kultureller Teilhabe in Esch-sur-Alzette (Luxemburg) Organisationen aus Belgien, Spanien, D\u00e4nemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, \u00d6sterreich, der Schweiz, Kanada und Luxemburg zusammen. Alle beteiligten Organisationen erm\u00f6glichen durch ihre Arbeit kulturelle Teilhabe und erreichen weltweit rund 3,6 Menschen.  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Zeichenfl\u00e4che-4-1-1024x640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3183\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> \u00a9 Milena Velasquez<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Spannend war hier, die jeweils nationalen Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten in der Arbeit zu sehen. So war auff\u00e4llig, dass das in Deutschland weit verbreitete Konzept eines kommunalen \u201eSozialpasses\u201c, der rabattierten Zugang zu kulturellen Veranstaltungen erm\u00f6glicht, ein internationales Alleinstellungsmerkmal ist. Damit l\u00e4sst sich wohl auch begr\u00fcnden, dass die \u00fcberwiegende Zahl der anwesenden Organisationen mit einer Art \u201eKulturpass\u201c arbeitet, der aus dem zivilgesellschaftlichen Engagement entspringt und die Funktion der Sozialp\u00e4sse erf\u00fcllt und an dieser Stelle eine Br\u00fccke zwischen Bev\u00f6lkerung und Kultur baut. Der Sozialpass in Deutschland wird also von staatlicher Seite ausgestellt, w\u00e4hrend der Kulturpass mit einem Einkommensnachweis direkt bei den zivilgesellschaftlichen Organisationen beantragt werden kann. <br><br>Das \u201edeutsche System\u201c der pers\u00f6nlichen Kartenvermittlung, wie es bei der Konferenz genannt wurde, geht also aufgrund der Sozialstruktur der Bundesrepublik einen Schritt weiter: Sozialp\u00e4sse sind in vielen deutschen St\u00e4dten vorhanden, werden hier jedoch nicht intensiv f\u00fcr den Kulturbesuch genutzt und daher durch das verst\u00e4rkte Outreach der Initiativen aus der Bundesvereinigung kulturelle Teilhabe erg\u00e4nzt. Auf der anderen Seite jedoch ist gerade im frankophonen Raum die Idee der \u201ekulturellen Demokratisierung\u201c weitaus st\u00e4rker verbreitet: Ziel ist es dort, dass die  B\u00fcrger*innen durch die aktive Teilhabe an Kultur ihrerseits die Kulturproduktion und Gesellschaft beeinflussen. Ein Konzept, das sicherlich auch f\u00fcr die weitere Forschungsarbeit im Projekt \u201eKulturelle Teilhabe und Citizen Science\u201c interessant sein wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Alle beteiligten Organisationen arbeiten nat\u00fcrlich je nach\nLand unterschiedlich, aber es eint sie das Ziel, das Menschenrecht auf\nkulturelle Teilhabe umzusetzen, Menschen die M\u00f6glichkeit zu geben, aktive\nKulturnutzer*innen zu sein und mehr Sichtbarkeit f\u00fcr dieses Thema zu schaffen.\nDer jeweilige lokale Eindruck war jedoch der Gleiche: Zugang zu Kultur und\ndamit auch zu gesellschaftlicher Teilhabe bringt nicht nur individuelle\nMehrwerte, sondern unterst\u00fctzt Menschen dabei, sich kritisch und aktiv mit\nihrer Umwelt zu besch\u00e4ftigen. Das Fazit der Organisationen: Der\nzivilgesellschaftliche, oftmals ehrenamtliche Einsatz ist ein starkes Zeichen\nvon Zusammenhalt und gelebter Demokratie und zwar nicht nur lokal, sondern auch\nnational und global! Der internationale Austausch spiegelt also die zu pr\u00fcfende\nPr\u00e4misse des Forschungsprojekts, dass die Arbeit der Institutionen einen\naktiven Beitrag zur positiven Ver\u00e4nderung des Kulturnutzungsverhaltens von\nMenschen mit wenig oder keinem Einkommen leistet und so werden die\nForschungsergebnisse nun auch auf internationaler Ebene mit Spannung\nerwartet.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Zum kr\u00f6nenden Abschluss gab es eine vielsprachige Konferenz mit Podiumsdiskussion, bei der Ergebnisse des viert\u00e4gigen Treffens, Ziele f\u00fcr die weitere Zusammenarbeit und auch unser Forschungsprojekt noch einmal einem breiteren Publikum vorgestellt wurden. Ich freue mich, dass ich im Rahmen des Programms zur Kulturhauptstadt Europas <em>Esch 2022 <\/em>und auf Einladung von <a href=\"https:\/\/www.kulturpass.lu\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Kulturpass.LU<\/a> in Luxemburg dabei sein durfte und nat\u00fcrlich auch auf die weitere internationale Zusammenarbeit und Vernetzung.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www3.hhu.de\/buergeruni\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Zeichenfl\u00e4che-2-1024x640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3184\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> \u00a9 Marianne David<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Den Stream der Konferenz findet ihr <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rfP2TtE74XE&amp;ab_channel=KulturpassLuxembourg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">hier<\/a> (auf Franz\u00f6sisch und Englisch). <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christine Stender M.A. Die Monate September und Oktober standen ganz im Zeichen von Austausch und Kommunikation. 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