von Mia Weichelt
Er ist Namensgeber unserer Universität – aber wie gut kennen wir Heinrich Heine eigentlich wirklich? Sein 170. Todestag war für uns Anlass genug, um genauer hinzuschauen. In einem Projektseminar unter der Leitung von Anja Oesterhelt haben wir uns ein Semester lang intensiv mit Heines Leben, Werk und Nachleben auseinandergesetzt. Herausgekommen ist ein einstündiges Hörbuch, das Heines bewegtes Leben akustisch umsetzt und das wir im Februar 2026 zudem live auf der Bühne im Haus der Universität einem Publikum präsentieren durften.

© Estelle Bauer
Von Düsseldorf über Paris zurück nach Düsseldorf
In unserem Hörstück sind wir Heines Wegen gefolgt. Angefangen in seiner Kindheit in Düsseldorf, hin über die Jahre im Pariser Exil bis zum Streit um die Benennung der Heinrich-Heine-Universität. Wir wollten nicht bloß über und von Heine lesen, sondern unsere Sicht auf ihn und das, was uns an seinem Leben und Nachleben fasziniert hat, auch für andere erfahrbar machen: Seine Hoffnungen auf gesellschaftlichen Wandel, seine Enttäuschungen im Exil, seinen bissigen Witz und die Ablehnung, die ihm in Düsseldorf lange entgegenschlug, obwohl die Stadt heute stolz seinen Namen trägt.

© Estelle Bauer
Unterstützung von Experten
Damit aus unseren Ideen ein Hörbuch und darüber hinaus noch eine echte Bühnenperformance werden konnte, hatten wir Unterstützung von zwei Heine-Experten: Schauspieler Steffen Reuber und Hörbuchautor Ronald Kurt halfen uns dabei, Texte zum Klingen zu bringen, Szenen zu entwickeln und aus Heines Worten und eigenen Recherchen eine stimmige Dramaturgie zu bauen. Im Tonstudio des Medienlabors der Philosophischen Fakultät unterstützte uns Frank Herbort.

Live-Performance und Hörbuch
Am 17. Februar 2026 war es schließlich so weit: Im Haus der Universität haben wir unsere Performance Studierenden, Wissenschaftler*innen und dem städtischen Publikum präsentiert. Es war ein besonderer Moment, die Ergebnisse unserer wochenlangen Vorbereitungen bei vollem Haus und viel Applaus endlich live auf die Bühne zu bringen. Wer den Abend verpasst hat oder noch einmal in Heines Welt eintauchen möchte, muss aber nicht leer ausgehen. Das im Anschluss an die Live-Aufführung im Tonstudio aufgezeichnete Hörbuch ist auf der Webseite des Instituts der Germanistik zu finden.
Das Projekt wird im Rahmen von “Bürgeruniversität in der Lehre” gefördert.
Mia Weichelt ist studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Anja Oesterhelt und studiert im vierten Semester Germanistik an der HHU. Sie hat selbst am Projektseminar teilgenommen und am Hörbuch und der Hörbuch-Performance mitgewirkt.